Fieberkrämpfe im Kindesalter

Zeit: Mittwoch, 10. August 2022, 18:00 – 20:00

Referent:
Univ.-Prof. Dr. med. Gerhard Kurlemann
Arzt für Kinder- und Jugendmedizin, Neuropädiatrie, Verkehrsmedizin, neurowissenschaftliche pädiatrische Begutachtung

Fortbildungspunkte: 2

Fieberkrämpfe (FK) kommen zwischen dem 6. Lebensmonat und 6. Lebensjahr vor (kumulative Inzidenz 3–4 %). Die Altersabhängigkeit resultiert aus der Unreife des Zentralnervensystems vor einem genetischen Hintergrund. Die Mehrzahl tritt innerhalb von 24 h nach Beginn einer Infektion auf. Fieberkrämpfe können einfach oder kompliziertsein; entscheidend ist die Dauer (>5 min: komplizierter FK). Die FK sind zu über 90 % selbstlimitierend; komplizierte FK müssen medikamentös unterbrochen werden.

Ein FK-Rezidiv erleiden 30–40 % der Kinder; dies mindert die gute Prognose nicht. Die Indikation zur Lumbalpunktion hängt vom klinischen Untersuchungsbefund ab; Ausnahmen sind Kinder <12 Monate und der komplizierte FK, bei dem das Epilepsierisiko erhöht ist.

Eine kontinuierliche „vorbeugende“ Gabe von anfallsunterbrechender Medikation verhindert weder ein FK-Rezidiv noch eine Epilepsieentwicklung. Eine MRT-Diagnostik und EEG-Ableitung sind in der Regel überflüssig. Ein einzelnes „FK-Gen“ ist noch nicht gefunden. Die Prognose des einfachen FK ist exzellent. Alle Daten werden im Lichte der neuen Fieberkrampf Leitlinie diskutiert.

Zur Akkreditierung eingereicht (2 Fortbildungspunkte)

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